Was ist luzides Träumen?
Klarträumen ist ein Bewusstseinszustand, in dem sich eine Person bewusst wird, dass sie noch im Traum träumt (Voss et al., 2009). Im Gegensatz zu normalen Träumen erkennen Klarträumer, dass ihre Erfahrungen nicht real sind, sodass sie mit ihrer Traumumgebung interagieren und diese manchmal kontrollieren können. Dieses Phänomen tritt hauptsächlich im REM-Schlaf auf, der Schlafphase, die mit lebhaften Träumen einhergeht. Rund 55% der Menschen geben an, mindestens einmal in ihrem Leben Klarträume gehabt zu haben (Saunders et al., 2016), aber häufiges Klarträumen ist seltener.
Das Konzept der Inzidenz von Klarträumen geht auf das Jahr 1913 zurück, als der niederländische Psychiater Frederik van Eeden den Begriff erstmals prägte. Forscher wie Paul Tholey (1981) definierten später Bedingungen für das Praktizieren des Klarträumens und betonten dabei das kognitive Bewusstsein, die Entscheidungsfähigkeit und das Erkennen des Traumzustands. Beim Wachzustand initiiertes Klarträumen (WILD) handelt es sich um eine Technik, bei der Personen direkt vom Wachzustand in einen Klartraum übergehen, ohne beim Einschlafen das Bewusstsein zu verlieren. Diese Methode wird häufig von Personen angewendet, die bewusst Klarträume auslösen möchten.
Klarträumen weist Merkmale sowohl des Wachlebens als auch der Traumzustände auf. Manche Menschen können Aspekte ihrer Träume manipulieren, wie z. B. das Ändern von Schauplätzen, das Beschwören von Objekten oder sogar das Fliegen. Allerdings beinhalten nicht alle Klartraumerlebnisse die volle Kontrolle — manche Träumer geben einfach zu, dass das, was sie erleben, nur ein Traum ist, ohne ihn zu verändern. Ein Traumtagebuch zu führen ist eine allgemein empfohlene Strategie für diejenigen, die lernen, Klarträumen zu lernen, da es hilft, sich besser an Träume zu erinnern und sie wiederzuerkennen.
Klarträumen wurde in der Schlafmedizin und den Neurowissenschaften untersucht (Baird et al., 2019), insbesondere in Bezug auf seine Auswirkungen auf Schlaflähmung und Schlafstörungen. Einige Untersuchungen deuten auf einen Zusammenhang zwischen den kognitiven Funktionen im wirklichen Leben und der Fähigkeit des Gehirns hin, in klaren Zuständen lebhafte Träume zu führen. Das Verständnis der Mechanismen des Klarträumens könnte Einblicke in das Bewusstsein, die kognitive Flexibilität und sogar mögliche therapeutische Anwendungen bieten.






